Freundeskreis Asyl Hofheim e.V.

Aktuelles

Hier finden Sie Hinweise auf unsere Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten in Hofheim. Ort des Geschehens, soweit nicht anders angegeben, sind immer unsere Begegnungsräume in der Oberen Sennigstraße 2, genannt Café Diwan.

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Regelmäßige Angebote im Café Diwan kann es aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen aktuell
leider nicht geben.
Nachfragen bitte an info@asylfreunde-hofheim.de oder persönlich an den Vorstand.



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30 Jahre Deutsche Einheit: Freundeskreis Asyl besucht Gedenkstätte Point Alpha

Die Gedenkstätte Point Alpha nahe der thüringischen Kleinstadt Geisa und nicht weit entfernt von Fulda liegt im ehemaligen „Fulda Gap“ - dem westlichsten Punkt des Gebietes der ehemaligen DDR und einer strategisch wichtigen Region im kalten Krieg nach 1947. Neben dem ehemaligen amerikanischen Stützpunkt Point Alpha kann dort heute das „Haus auf der Grenze“ mit einer großen Ausstellung zur Entstehungsgeschichte der deutschen Teilung und dem Leben in grenznahen Regionen in Ost und West besichtigt werden. Erhaltene und teilrekonstruierte Grenzanlagen zeigen die in mehreren Schritten immer weiter befestigte innerdeutsche Grenze und erinnern u.a. auch an die vielen Menschen, die beim Versuch, die DDR zu verlassen, an dieser Grenze getötet wurden.

Im Rahmen einer Führung, die von lokalen Zeitzeugen gehalten wurde, hat sich der Freundeskreis Asyl Hofheim an die Teilung Deutschlands erinnert und neben der eindrucksvollen Ausstellung auch das ehemalige amerikanische Militärlager besucht.

Warum beschäftigt sich ein Verein, der sich für Geflüchtete einsetzt, mit deutscher Geschichte und besucht eine Gedenkstätte, die an das geteilte Deutschland und die nun schon seit dreißig Jahren nicht mehr existierende schwer befestigte Grenze mitten in Europa erinnert? Eine berechtigte Frage. Eine Antwort könnte sein: weil die Teilung und besonders die Wiedervereinigung einen wesentlichen Teil unserer heutigen Identität als Deutsche und Europäer*innen ausmacht. Ebenso ist zutreffend ist die Feststellung, dass die Nähe zur innerdeutschen Grenze über viel Jahre hinweg auch für die Hassberge eine große Rolle gespielt hat und tatsächlich die Region nach wie vor prägt. Nicht zuletzt jedoch war die friedliche und gewaltfreie Wiedervereinigung Deutschlands nach jahrzehntelanger Trennung einer der großen Momente der neueren Geschichte und besonders eindrucksvoll für Menschen, in deren Heimat teilweise seit langer Zeit Krieg und Zerstörung herrscht.

Die Fahrt fand mit Förderung des Bundesprogramms 
   statt.
 




Fahrt nach Flossenbürg:

In „Kanakistan“ herrscht Meinungsfreiheit

Der Seminartag „Wie wollen wir heute leben?“ in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg in der Oberpfalz beginnt damit, dass im angeschlossenen Bildungszentrum ein fiktiver neuer Staat gegründet wird – in diesem Fall eben „Kanakistan“. Der Staatsname wird ebenso selber festgelegt und in geheimer Wahl beschlossen wie die Regeln, nach denen dort gelebt werden soll. Die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Afghanistan und Armenien, die alle jetzt in den Haßbergen leben, einigen sich demokratisch auf Religions- und Meinungsfreiheit, legen Minderheitenschutz und Parteienpluralität fest und vergleichen diese „Kanakistan“-Regeln anschließend mit dem gänzlich anderen Regelsystem in Deutschland zwischen 1933 und1945. Bereits im Rahmen der Vorbereitung auf den Tag in der Gedenkstätte war sowohl über Vorkenntnisse und -informationen über Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus als auch natürlich über eigene oder familiäre Erlebnisse mit Flucht oder Haft gesprochen worden. Der Historiker Dr. Mathias Rittner moderiert mit gut verständlicher Sprache und viel Aufmerksamkeit für die Fragen und Wünsche der Teilnehmer vom Freundeskreis Asyl Hofheim das Seminar und den anschließenden Rundgang über das Gelände und die Ausstellung der Gedenkstätte. Es wird sich mit den offenkundigen Folgen eines entsprechenden Wertekanons einer Gesellschaft anhand des Lagersystems der Nationalsozialisten beschäftigt und u.a. einzelne Biographien ehemaliger Häftlinge in Flossenbürg betrachtet. Im ehemaligen Häftlingsbad berichtet Dr. Rittner von der Prozedur, mit der die Neuankömmlinge Schritt für Schritt ihrer Individualität beraubt und entmenschlicht wurden, ehe sie dann Zwangsarbeit im Granitsteinbruch von Flossenbürgverrichten mussten – in der Regel bis zu ihrem Tod. Die drängende Fülle des Lagers, die unmenschlichen Haftbedingungen und die mit bloßen Händen verrichtete Arbeit bei Unterernährung sind durch die unterschiedlichen Exponate der Ausstellung und die Erläuterungen immer noch gut nachvollziehbar. Es werden immer wieder Fragen gestellt: Wurden Fluchtversuche unternommen? Was ist mit all den vielen Toten passiert? Waren wirklich bis zu vier Personen auf einer dieser Schlafpritschen? Wie oft gab es etwas zu essen? Waren wirklich nach und nach 100 000 Personen hier inhaftiert? Ist es wirklichvorstellbar, dass die Bevölkerung nichts von all diesen vielen hundert Lagern im damaligen Deutschland und Polen wusste? Warum fand man sich damit ab? Nach dem etwa zweistündigen Rundgang werden zurück im Seminarhaus erneut die vorher schon kennengelernten Häftlingsbiografien betrachtet und nachgefragt, ob auch im morgens erdachten fiktiven Staat eine Inhaftierung und Tötung erfolgt wäre. Zur allgemeinen Erleichterung würde der Wertekanon in „Kanakistan“ die allermeisten der Häftlinge geschützt haben. Die anschließende Diskussion über den Stellenwert von Toleranz, Meinungs- und Religionsfreiheit sowie der Kunst der tragfähigen Kompromissfindung in einer pluralistischen Gesellschaft stellt sich als Herzstück des Seminartages heraus und wird von allen Teilnehmern auch nach etlichen Stunden des Betrachtens, Erlebens und Nachdenkens noch mit großer Leidenschaft und Anregunggeführt. Und alle sind sich einig: in Kanakistan würde man sehr gerne leben!


Die Fahrt fand als Veranstaltung des Freundeskreis Asyl Hofheim e.V. und mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ statt.




Gegen die Ausgrenzung anderer:




Familienfreizeit vom 02.-06. August 2019 in Wiesen (Lkr. Spessart)
 

Sonntagscafé im Diwan:
Am Sonntag, den 26. Mai 2019 findet wieder ein Sonntagscafé statt! Tee, Kaffee, Gebäck, jede Menge nette Leute und Plaudereien gibt es dort von 15 bis 18 Uhr. Herzlich willkommen!




Entspannungsgruppe für Frauen:
Am 8. Mai gab es im Cafe Diwan eine erste Schnupper-Entspannungsstunde
für Frauen mit Ingrid Mauer, Gesundheitspädagogin und Entspannungstrainerin.

Der Raum war mit Stuhlkreis, Kerze und Blumen und ansprechender
Meditationsmusik einladend gestaltet. Und dann kamen Frauen, nicht fünf
oder sechs, wie erwartet, sondern mehr und mehr, der Stuhlkreis musste
laufend erweitert werden. Zum Schluss saßen 12 Frauen im Kreis,
deutsche, afghanische und syrische Frauen, die alle das gleiche Anliegen
hatten: Entspannung für geplagte Körperregionen wie den Rücken, den
Nacken, den Kiefer. Ingrid Mauer erklärte kurz die Methode der
Progressiven Muskelentspannung und führte dann ruhig und klar durch die
Übungen. Allen tat die Stunde Auszeit am Vormittag gut. Weitere
Entspannungsstunden wird es am 22.05., 29.05. und 05.06.2019 jeweils von
9.30 bis 10.30 im Cafe Diwan geben. Der Kurs ist offen für alle
interessierten Frauen
- alle Interessierten sind herzlich willkommen!



Stammtischparolen begenen - Zeitungbericht vom 06. April 2019
Was siehst Du, wenn Du jemand siehst, der so aussieht wie ich?“

Mit dieser ersten Frage fordert der Referent Jürgen Kricke von der Evangelischen Landjugend Oberfranken die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Stammtischparolen begegnen“ beim Freundeskreis Asyl Hofheim e.V. auf, sogleich den schnellen ersten Eindruck, mit dem wir Menschen bei ersten Begegnungen innerhalb von Sekunden einschätzen und beurteilen, zu schildern. Und es zeigt sich schnell, dass dieser Eindruck keinesfalls nur Äußerliches, sondern sogleich auch Schlüsse auf Charakter, Lebensführung und vermeintliches Gefahrenpotential des Beurteilten beinhaltet. Alles innerhalb von zwei bis drei Sekunden und unser eigenes Verhalten und Einstellung der beurteilten Person gegenüber wird lange Zeit ganz wesentlich von diesem ersten Urteil bestimmt.

Im Laufe des eintägigen Workshops am 6. April, an dem fünfzehn Ehrenamtliche aus dem ganzen Landkreis teilnahmen, wurde sich intensiv mit dem Entstehen der eigenen Vorurteile und der für ehrenamtliche Helfer von Geflüchteten häufig erlebten Konfrontation mit voreingenommenen, abwertenden und unsachlichen politischen Meinungsäußerungen (Def. Stammtischparolen) beschäftigt – beispielsweise die gängige Aussage, warum denn die Flüchtlinge immer ein modernes Smartphine haben müssten? Im Rahmen des Argumentationstrainings wurden verschiedene Möglichkeiten zusammengestellt, mit denen beispielsweise fremdenfeindlichen Äußerungen gegenübergetreten und vielleicht sogar ein Dialog begonnen werden kann. In praktischen Übungen konnte auch direkt erlebt werden, wie sich vorschnelle Wahrnehmungen oder stereotype Einschätzungen verändern lassen, wenn entsprechend nachgefragt und darüber gesprochen wird.

Durch viele eigene Erlebnisse und Beispiele hatte der Workshop besonders direkten Bezug zum Alltag mit den vielen schon oft gehörten Pauschalaussagen gegenüber Ausländern und Geflüchteten.

Besonders in Erinnerung geblieben ist der Bericht Herrn Krickes über eine Denkübung, die eine Religionslehrerin einmal mit ihren deutschen Schülern gemacht hat: alle sollten in Gedanken eine Plastiktüte nehmen und die wichtigsten Dinge hineinpacken, auf die man auf der Flucht keinesfalls verzichtet kann. Ein Gegenstand fand sich sämtlich in allen Tüten – ein Smartphone.

Aktion "Zeichen setzen" - Beitrag zu bürerschaftlichem Engagement:
Im "Boten vom Hassgau" erscheint als Beitrag zur Aktion "Zeichen setzen!" am 31.10.18 ein Artikel über das Café Diwan von Gudrun Klopf:
https://www.mainpost.de/regional/hassberge/Gelebtes-Miteinander-im-Cafe-Diwan;art1726,10096066

Integrationspreis Unterfranken 2018: 3.Platz für das Projekt "Job-Matching" der Gemeindeallianz Hofheimer Land!
Wir gratulieren! Das Projekt der Gemeindeallianz HofheimerLand hat für alle auch nur entfernt Beteiligten einen ganz intensiven Nutzen und wird von der Projektkoordinatorin Kerstin Brückner in wunderbarer und gewinnbringender Weise mit Leben gefüllt. Als erste und wichtigste Ansprechpartnerin zu den Themen Wohnen und Arbeit steht sie seit 2016 mit viel Energie zur Verfügung und ist mit ihrer Arbeit aus Hofheim gar nicht mehr wegzudenken. Als Freundeskreis Asyl gratulieren wir sehr herzlich und finden, sie hätte noch mehr Preise verdient!



Sonntagscafé im Diwan:
Das Sonntagscafé am 14. Oktober fand noch in goldenem Herbstwetter und damit hauptsächlich in der Sonne sitzend statt. Die am Vortag in einem Tortenbackkurs (eine Kooperationsveranstaltung mit der VHS) hergestellten Köstlichkeiten fanden regen Absatz und auch die im angrenzenden Wahllokal tätigen Helfer konnten sich über Kuchen und Kaffee freuen.

 


Erfolg: Familien-Sommerfreizeit im Spessart vom 8. bis zum 12. August 2018!




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Regelmäßige Angebote im Café Diwan 

Montag,16.00-17.00 Uhr: Deutschunterricht A1 mit Gerhard Schmidt
Montag,  17.00-18.30 Uhr: Alphabetisierungsunterricht mit Gerhard Schmidt
Mittwoch, 16.00 - 18.00 Uhr: Hausaufgabenhilfe ab Klasse 5 mit Alexandra Michalowicz, Uwe Döring, Bettina Sapper, Ingrid Mauer
Donnerstag16.00-17.00 Uhr: Deutschunterricht A1 mit Gerhard Schmidt
Donnerstag, 17.00-18.30 Uhr: Alphabetisierungsunterricht mit Gerhard Schmidt

Interessierte sind stets willkommen! Allerdings können sich Termine, beispielsweise in den Ferien, auch mal verschieben, deshalb sicherheitshalber vorher bitte nachfragen.

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